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Kamerun in Sachsen

Für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika
Verknüpfung von »Tradition« und »Moderne«

Arbeitsreise einer Delegation Traditioneller Autoritäten aus Subsahara-Afrika (Kamerun, Benin, Gabun)  in den Freistaat Sachsen
Dresden 15. Juni
Görlitz 15.-17. Juni

Schirmherr

Andreas Lämmel MdB, Vorsitzender Arbeitskreis Afrika der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Begründung 

Dysfunktionen bestimmen derzeit die Weltnachrichten – die massive Abwanderung afrikanischer Jugendlicher in den Westen, die Zunahme von Extremismen vor dem Hintergrund von Gewalt und Angriffen sowohl in Afrika als auch auf dem alten Kontinent. Dies sollte uns mahnen, daß die Entwicklung der einen Völker zu Lasten und auf Kosten von anderen nicht länger hinnehmbar ist. Ethik, Gerechtigkeit und vor allem der interkulturelle Dialog müssen jetzt im Mittelpunkt der Entwicklungszusammenarbeit stehen.

In dieser Perspektive einer gerechteren Weltentwicklung muß Afrika in seiner Aufbruchsdynamik seine Zukunft nicht mehr in einer Logik einer Polarität „zwischen Tradition und Moderne“ denken. Es ist notwendig, die Entwicklung Afrikas zu überdenken und hierbei auszugehen von seinem kulturellen Wesen. Dessen lebendige Symbole und Garanten sind die traditionellen Autoritäten.

Im Zusammenhang mit diesen beiden globalen Themen unternimmt eine Delegation traditioneller Autoritäten aus Benin, Kamerun und der Republik Gabun eine Arbeitsreise zur Bewußtseinsbildung in Sachsen. Der Aufbau dauerhafter Beziehungen zum Freistaat Sachsen, seinen Gemeinden und vor allem zu seinen Menschen steht im Zentrum des Interesses der dreizehn Könige.

Zielsetzung

Der Arbeitsbesuch der Könige soll im Interesse einer besseren Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika Entscheidungsträger, junge Studenten und die afrikanische Diaspora in einigen Städten Sachsens anregen, die Verknüpfungen „zwischen Tradition und Moderne“ wiederherzustellen.

Konkret wird es um folgendes gehen: 1. Einen höheren Kenntnisstand über die traditionellen Königreiche Subsahara-Afrikas und ihre Entwicklungsressourcen, insbesondere in der sozial-ökologischen und ökotouristischen Wirtschaft. 2. Einen genaueren Kenntnisstand darüber, was Deutschland, insbesondere der Freistaat Sachsen und seine Kommunen, gewinnen kann, wenn sie sich in Zeiten hoher Migration und einer Wirtschaft mit „post-growth“-Parametern auf das Entwicklungspotential der traditionellen Autoritäten stützt. 3. Mägliche Wege der Zusammenarbeit wären zu definieren, um konkrete Projekte zu entwickeln, insbesondere in den Bereichen der sozial-ökologischen Ökonomie und des Ökotourismus in den traditionellen Königreiche, die das Potential hierzu aufweisen.

Fernziel ist die Etablierung einer Partnerschaft Kamerun-Sachsen analog zu den entsprechenden Partnerschaften von Baden-Württembergs mit Burundi, Rheinland-Pfalz mit Ruanda und Nordrheinwestfalen mit Ghana, vornehmlich auf der Ebene einer local-to-local-Zusammnarbeit mit weltlichen und kirchlichen Gemeinden, NGO und Unternehmen.

Programm der Königsreise 

FREITAG 15. JUNI, früh Transfer von Berlin nach DRESDEN

10 Uhr „Studientag Kamerun“ an der Technischen Universität Dresden, Philosophische Fakultät, Begrüßung: Dekan der Philosophischen Fakultät Prof. Dr. Lutz Hagen und Seine Majestät Nayang Toukam TOUKAM Innocent, Fôo von Batoufam. Einführung: Dr. (des.) Erik Fritzsche, Institut für Politikwissenschaft, und Prof. Dr. Matthias Theodor Vogt, Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen. Vortrag Ihre Hoheit Prinzessin Esperanza Fezeu, Batoufam: Die Traditionellen Autoritäten in Kamerun: Die Polarität zwischen Tradition und Moderne überwinden. Diskussion. In Zusammenarbeit mit der Dresdner Seniorenakademie Wissenschaft und Kunst.

Parallel dazu Referate der Könige und Prinzessinnen in mehreren Dresdner Grundschulen, die Französisch anbieten, und dem Romain-Rolland-Gymnasium; Diskussion mit den Schülern.

12:30 Uhr Empfang in der Sächsischen Staatskanzlei: Treffen mit Entscheidungsträgern (Parlamentariern, staatliche, kommunale, universitäre Autoritäten), insbesondere wirtschafts-, kommunal- und bildungspolitische Gespräche (SK, SMWA, SMI, SMK, SMWK; Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz)

15 Uhr Besuch der Staatlichen Kunstammlungen Dresden mit der Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen Katja M. Mieth

17 Uhr Transfer nach Görlitz.

20 Uhr Abendessen mit den Bürgermeistern und Stadträten der Europastadt Görlitz / Zgorzelec

SAMSTAG 16. JUNI GÖRLITZ

vm: Führung durch die „schönste Stadt Deutschlands“ durch Hector Solari, Monteviceo und Dresden; Begegnungen mit Kindern aus Görlitz und Zgorzelec; gemeinsame Fahrt mit der historischen Straßenbahn aus dem Film „Der Vorleser“.

parallel: Workshop „Kochen in Kamerun“ in Zusammenarbeit mit der VHS Görlitz, anschließend: gemeinsames Mittagessen „Cuisine camerounaise“ der Könige mit Bürgern der Europastadt Görlitz / Zgorzelec

 

Markt der Könige“         16. Juni 15 UhrHaus Klingewalde

Anmeldung zum „Markt der Könige“

Haus Klingewalde, Klingewalde 40:

SONNTAG 17. JUNI GÖRLITZ

08:30 Uhr Ökumenisches Morgengebet mit anschließender Gesprächsrunde. Frauenkirche

10:00 evangelischer Gottesdienst in der Peterskirche 10 Uhr mit Grußwort der Könige, Musik von der Sonnenorgel und afrikanischen Trommeln.

11:15 Uhr Gespräche und Imbiss im Martin-Moller-Haus.

12:00 Abfahrt nach BERLIN

Die an der Reise teilnehmenden Traditionellen Autoritäten 

KAMERUN

Maj. NAYANG TOUKAM Innocent (Fôo des Batoufam)

Maj. Sénateur MADIBA SONGUE (Chef du Canton BAKOKO Littoral)

Maj. Sénateur MAMA Jean Marie (Chef Supérieur dans Lekié)

Maj. Douala Manga (Chef du Canton Bell)

Maj. TAKOUKAM Jean Raymond (Foo des Bameka)

Maj. KENFACK TANGA Patrice (Foo des Balatchi)

Maj. NDIKE NKOMBE Richard (MONDONI South-West region)

Maj. FON ZOFOA ABUBAKA (Fon of BABUNGO ; North-West Region)

Maj. FON STANLEY (Fon of KWEN; North-West Region)

Maj. DJOUMBISSI KAMGA Yves FONDJOMOKWET

Maj. YONKEU (Chef supérieur des Bangoulap)

GABUN

MAJ. IMOUNGA ALEXANDRE

BENIN

MAJ. DADA HOUNA HOUNON

in Begleitung von

S.A. Princesse Espérance FEZEU

S.A. Princesse GADJOU VI

S.A. Princesse KEWOUE BI

Sa Dignité Prince DAWAK

Reine mère MAHADJOUG

Reine mere DONGMO

Mme MIPO TCHINKOU Edith

Mr MEKEM ZAMBOUE

Mr KAMNO Michel

 

 Partner

Ministerium für Kunst und Kultur Kameruns (bestätigt)

Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland (bestätigt)

Persönlicher Beauftragter des Bundeskanzlers für Afrika (bestätigt)

Sächsische Staatskanzlei (bestätigt)

Sächsisches Landesamt für Schule und Bildung Dresden und Bautzen (angefragt)

Botschaft von Kamerun in Deutschland (bestätigt)

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Kamerun (bestätigt)

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Eschborn (angefragt)

Stadtverwaltungen der Europastadt Görlitz (DE) (bestätigt) und Zgorzelec (PL) (angefragt)

Landkreis Görlitz und Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien (bestätigt)

Hochschule Zittau/Görlitz, Rektorat
und Studiengang „Kultur und Management“ (B.A., M.A.) (bestätigt)

Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen (bestätigt)

Technische Universität Dresden (bestätigt)

Universitäten Potsdam und Leipzig (angefragt)

Evangelische Innenstadtgemeinde Görlitz und Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (bestätigt)

Gemeinde Heiliger Wenzel und Bistum Görlitz (bestätigt)

Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste (angefragt)

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz/Zittau (bestätigt)

Deutsches Rotes Kreuz (angefragt)

Volkshochschule Görlitz (angefragt)

Lektüreempfehlung 

Kulturelle und religiöse Dimension von Nachhaltigkeit in Afrika anhand der Länderbeispiele Ghana und Kamerun. Bericht einer Delegationsreise im Februar 2018 von Günter Nooke, Persönlicher Afrikabeauftragter der Bundeskanzlerin und Afrikabeauftragter des BMZ, gemeinsam mit Matthias Theodor Vogt, Christine Gühne, Brigitta Herrmann, Fred-Eric Essam. Berlin und Görlitz 04/2018
Delegationsbericht-Nooke-GHA-CMR_deutsch_2018-04-25 

La dimension culturelle et religieuse du développement durable en Afrique. Rapport de la mission effectuée en février 2018 par Günter Nooke, Délégué personnel de la Chancelière fédérale allemande pour l‘Afrique ainsi que Délégué du BMZ (Ministère fédéral de la Coopération économique et du Développement) pour l‘Afrique, et al.
Delegationsbericht-Nooke-GHA-CMR_frz_2018

“Cultural and religious dimensions of sustainability in Africa taking the examples of Ghana and Cameroon”. Report on a delegation journey undertaken in February 2018 by Günter Nooke, German Chancellor’s Personal Representative for Africa, BMZ’s Commissioner for Africa, et al.
Delegationsbericht-Nooke-GHA-CMR_englisch_2018

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Zu den beiden Ländern Ghana und Kamerun
  3. Kernsätze aus den Begegnungen und Gesprächen
  4. Folgerungen für ein erweitertes und verändertes Paradigma von Entwicklungszusammenarbeit und für eine dementsprechende Praxis
  5. Handlungsempfehlungen

5.1.  Handlungsempfehlung I: Sensibilität für spirituelle und kulturspezifische Zusammenhänge bei Programmen der Entwicklungszusammenarbeit

5.2.  Handlungsempfehlung II: Die Starken stärken

5.3.  Handlungsempfehlung III: Lokale Gemeinschaften mit je hälftiger „Gemeinschaftsquote“ bzw. „Individualquote“ (entsprechend der Staatsquote 50 % in Deutschland)

5.4.  Handlungsempfehlung IV: Erarbeitung einer (zunächst in Deutschland zu zeigenden) Großausstellung „Kamerun“

  1. Einzelne Elemente der Reise
  2. Postscriptum

Kernbotschaften statt einer Zusammenfassung

Tradition, Kultur und Religion sind zentrale Werteressourcen – besonders in Afrika.

Sie sind entscheidend für das Verständnis gesellschaftlichen Zusammenlebens und die Chancen wirtschaftlicher Entwicklung.

Die unterschiedlichen Situationen in verschiedenen Ländern und Regionen bis hin zur jeweiligen Orts- bzw. Chiefebene müssen je für sich betrachtet und ausgewertet werden.

Generell gilt allerdings: Armut wird heute durch die europäische Brille fast ausschließlich auf der materiellen Ebene wahrgenommen. Doch schon die EG-Minister stellten 1984 eine grundsätzlich gleichrangige kulturelle sowie soziale Armut fest.[1] Um Armut nachhaltig und nicht nur auf der Oberfläche durch pragmatische Herangehensweisen und ökonomische Strategien zu bekämpfen, müssen die für Individuen wie lokale Gemeinschaften existentiellen Tiefen-
dimensionen wahrgenommen und respektiert werden.

Fast überall in der afrikanischen Tradition hat ein Vorgang in der materiellen Welt eine
spirituelle Bedeutung und Entsprechung
. Der europäische Weg der Aufklärung und Säkularisierung ist im globalen Maßstab ein Sonderweg und erfordert von uns eine besonders behutsame Annäherung an die Dimensionen von Heiligkeit und kultureller Tradition.

Die Delegation formuliert vier Handlungsempfehlungen für die zukünftige Gestaltung von Entwicklungszusammenarbeit mit afrikanischen Ländern. Sie sind hier zusammengefaßt und im Text weiter unten ausgeführt:

Organisation 

Organisation Kamerun

Association Esperanza CADE, Batoufam
https://fr-fr.facebook.com/esperanza.cade2008/
Princesse Esperance Fezeu, esfezeu78@gmail.com
CMR +237 679 89 64 66
DE +49 152 14 73 90 12

Organisation Sachsen

Träger

Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen
Klingewalde 40, D-02828 Görlitz
Tel. 03581-42094.22, Fax .28,
institut@kultur.org , www.kultur.org
Projektleitung

Laure TEILLET teilletl@yahoo.fr, www.laure-teillet.de
Festnetz / Fixe: +49-3581-6534-88
Handy / Portable: +49-176-2151-7543
Fax: +49-3581-42-81-058

Gesamtleitung

Prof. Dr. Matthias Theodor VOGT
geschäftsführender Direktor

Photos

Matthias Theodor Vogt, Kamerun und Ghana 2018
Nachdruck gerne gestattet

Förderung

Die Maßnahme wird getragen  vom Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen und mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes (Landesdirektion Chemnitz C31-1222/8/196-IR)